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 Großgruppen- 
 Interventionstechniken  

Fred und Merrelyn Emery sind die Eltern der Großgruppen-Moderation. Bereits 1960 verließ das australische Wissenschaftler-Paar mit seiner Erst-Geburt, der "Future Search Conference", den Kreißsaal. Ihre Erfolge überzeugten Kollegen aus den USA, die dort erste Großgruppen-Konferenzen in den 70er Jahren durchführten. Im Zuge der Praxis in verschiedenen Ländern wurden neue Techniken der Konferenzmoderation und Großgruppen-Arbeit entwickelt. Beispielhaft dafür sind Zukunftskonferenzen, Real Time Strategic Change Conferences oder Open Space. Appreciative Inquiry (etwa: wertschätzende Bestandsaufnahme) als Entwicklung der jüngsten Zeit zeigt, dass ein Ende nicht abzusehen ist.

Alle Großgruppen-Techniken sind im Schulterschluss zwischen Wissenschaftlern und Praktikern entstanden. Angefangen mit dem Ehepaar Emery über Marvin Weisbord (seit 30 Jahren Berater, u. a. der US-Regierung, entwickelte Zukunftskonferenzen) bis Dr. David Cooperrider von der "Case Western Reserve's School of Organization Behavior" (konzipierte "Appreciative Inquiry").

Anfang der 90er setzte ein wahrer Großgruppen-Boom ein, der 1992 auch Deutschland erreichte. In den letzten Jahren wurden Großgruppen-Moderationen mit großem Erfolg durchgeführt: in Großunternehmen (z. B. Siemens, Hewlett Packard), mittelständischen Unternehmen, in der New Economy (Job & Adverts), bei Finanzdienstleistern (z. B. Allianz), in Kliniken, aber auch in staatlichen Organisationen (z. B. "Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit"), Non-Profit-Organisationen (z. B. Deutsches Rotes Kreuz) und Städten und Gemeinden (z. B. Nürnberg, Bad Nauheim).

Das weite Spektrum an Nutznießern ist kein Zufall, denn Großgruppen eignen sich für alle Gemeinschaften und Organisationen, die sich in Zeiten rapiden Wandels schnell an neue Bedingungen anpassen müssen. Regelmäßig werden auch Externe, wie zum Beispiel Zulieferer, Kunden, Träger, Patienten, Pflegepersonal, Ehemalige eingeladen, die wertvolle Informationen mitbringen. In zwei bis vier Tagen werden Betroffene aus der Organisation und ihrem Umfeld fit gemacht für Veränderungen. Zusammen planen sie die Zukunft ihrer Organisation oder eines Themas und initiieren erste Schritte zur Realisierung.

In Gruppen- und Plenumsarbeit entwerfen sie Visionen, vereinbaren Ziele, erarbeiten Maßnahmen. Fantasie und "Herz" werden provoziert. Die Gemeinschaft wird neu mobilisiert, Unzufriedenheit mit der Gegenwart eingetauscht in Identifikation mit der Zukunft. Durch permanente Kommunikation steigt das Verständnis für andere Interessengruppen. Vorurteile werden abgebaut. Der Funke des "Wir-Gefühls" entfacht bei den Teilnehmern ein Feuer der Motivation, das sie in ihrem Umfeld auflodern lassen. Energie wird frei und flächenbrandartig im Sinne der Organisation eingesetzt - Kettenreaktion statt zäher, zeitintensiver Top-down-Effekte. Deshalb gehören zur Zielgruppe nicht nur Manager und leitendes Personal. Wichtig sind besonders "normale" Mitarbeiter und auch außerhalb der Organisation stehende Beteiligte, die Teil des Systems sind. Sie repräsentieren zumindest querschnitthaft die Interessengruppen innerhalb und außerhalb der Organisation. Die Teilnehmerzahl reicht von 15 bis in die Tausende. Entscheidend ist die Größe der Organisation und die Zielkoordinate: Wie komplex ist das Thema? Ist das ganze Unternehmen betroffen oder sind es nur einzelne Abteilungen?

Das Instrument der Großgruppen-Moderation ist immer dann geeignet, wenn Mitarbeiter für den schnellen Wandel einer Organisation mobilisiert werden sollen. Das betrifft alle Organisationen, deren Zukunft von der positiven Motivation der Mitarbeiter abhängt. Sie können profitieren von den Vorteilen der Großgruppen-Technik:

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Mobilisierung der Mitarbeiter für Veränderungen durch partizipative Planung

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Simultanes Planen und Umsetzen auf allen Ebenen

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Kohäsionseffekt durch gesteigertes "Wir-Gefühl"

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Zielorientierte Energiefreisetzung auf breiter Basis

Und das alles in zwei bis vier Tagen.

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