"Appreciative Inquiry" (AI) - frei übersetzt "wertschätzendes Befragen" - ist eine junge amerikanische Konferenzmethode aus den 90er Jahren. Sie ist besonders geeignet, wenn Organisationen sich verändern und ihre Mitarbeiter für diese Veränderungen mobilisieren wollen.
AI entfaltet seine Wirkung durch ein Verfahren, das Vergangenheit und Gegenwart honoriert. Die Teilnehmer suchen und finden die Ressourcen, um ihre gegenwärtigen Aufgaben zu lösen, in ihrem bisherigen Arbeitsleben. Sie erinnern sich an die Höhepunkte in ihrer Organisation und berichten sich gegenseitig von Momenten, in denen sie erfolgreich waren. Ihre eigenen bewegenden Geschichten zeigen ihnen, dass sie selber und ihre Organisation viele Stärken haben. Ihnen wird bewusst, bereits exzellente Leistungen vollbracht, aber diese auch trefflich ignoriert oder vergessen zu haben. Jetzt kennen sie die Faktoren, die ihre Erfolge ermöglichten und können aus ihrem Potenzial schöpfen. Sie gehen deshalb selbstbewusst aus diesem Prozess hervor und sind motiviert, die Zukunft ihrer Organisation mit zu gestalten.
Es findet ein Paradigmenwechsel statt: von lähmender Problemorientierung zu mobilisierender Lösungsfokussierung.
Eine AI-Konferenz dauert in der Regel drei Tage und ist für 50 bis über 2000 Personen konzipiert. Typischerweise gibt es vier Verlaufsphasen. Der Aufbau einer Konferenz wird immer den Gegebenheiten der Organisation und der Aufgabenstellung angepasst.
Zu Beginn sitzen die Teilnehmer in einem großen, hellen Raum und tauschen sich über ihre erfolgreichsten und bewegendsten Erfahrungen aus ("Was bereits da ist"). Die besten Fälle werden präsentiert. Die Beteiligten nehmen ihre "Juwelen" zur Grundlage, sammeln diese und ergänzen sie um weitere Ideen, Visionen und Wünsche zu dem, was in fünf, zehn oder zwanzig Jahren alles sein könnte. Diese "Könnte"-Feststellungen inspirieren sie wiederum zu anschließenden konkreten Zukunftsaussagen und Leitlinien ("Was sein soll"). In der letzten Phase, der Maßnahmenplanung, konzipieren sie konkrete Ziele, Handlungsstrategien und Aktionspläne ("Was künftig sein wird").
Zum Ende der Konferenz überlegen die Mitwirkenden zusätzlich, wie sie den "wertschätzenden" Ansatz der Konferenz in ihren Arbeitsalltag integrieren und vorbildliche Beispiele für die Nicht-Teilnehmer aus der Organisation sein können. Die AI-Konferenz geht also in den Alltag der Organisation über.
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